Saisonvorschau Sparkassenoberliga: Teil 4
In unserer vierteiligen Serie blicken wir auf die diesjährigen Teilnehmer der Sparkassenoberliga und stellen jedes Team vor. Neben einem kurzen Rückblick auf die vergangene Spielzeit gehen wir auf Neuzugänge, Saisonziele und die Spielweise ein. Heute geht es im vierten und letzten Teil um den TSV Rotation Dresden, FV Dresden Süd-West, die SG Bühlau 09 und die SG Dresden Striesen 2.
TSV Rotation Dresden: Gefürchtete Offensive und Eingespieltheit als Trumpf
Alles neu macht der Juli. Unter diesem Motto stand die Saisonvorbereitung der letzten Spielzeit beim TSV Rotation Dresden. Nachdem die erste Mannschaft aus der Landesklasse abgestiegen war und sich ein Großteil des Kaders verabschiedete, nahm die „Zweete“ das Startrecht an und fungierte fortan als Flaggschiff des Vereins in der Sparkassenoberliga. Trotz einiger unruhiger Partien und einem Platz im unteren Drittel der Fairnesstabelle, belegte die Elf von Spielertrainer Felix Schulz am Ende der Runde einen starken fünften Tabellenplatz. Besonders furios präsentierte sich die Offensive, welche starke 104 Treffer erzielte und Rotation in dieser Statistik den zweiten Platz bescherte. Das Bruderduo Felix und Max Schulz glänzte dabei mit gemeinschaftlichen 43 Buden. In der anstehenden Spielzeit soll nun der nächste Schritt erfolgen und eine Spitzenplatzierung erreicht werden.
Für dieses Ziel hat man den Kader an der Eisenberger Straße noch einmal punktuell verstärkt, Abgänge sind hingegen gänzlich ausgeblieben. Aufhorchen ließen die Schwarz-Weißen mit der Verpflichtung von Roko Lucic-Jozak, welcher vom SC Borea Dresden kommt und bereits auf die Erfahrung von 20 Landesliga-Spielen zurückblicken kann. Zudem ergänzen Nasser Mokhtari, Marvin Wunderschütz (beide FV Dresden 06 Laubegast 2), Tom Zehner (SG Schönfeld) und Felix Ebert (SV Barkas Frankenberg) den Kader. Letzterer stammt aus der Jugend des Chemnitzer FC und schnürte seine Schuhe in den vergangenen Jahren vielfach in der Landesliga und Landesklasse. Angesichts der Eingespieltheit in Kombination mit den spannenden Neuzugängen ist der TSV Rotation Dresden sicherlich ein Anwärter für einen Spitzenplatz, muss dafür aber seine disziplinarischen Themen in den Griff bekommen.
Kein Favoritentipp:
SG Dresden Striesen 2: Gelingt erneut eine sorgenfreie Saison?
Den Weg einer kontinuierlichen Entwicklung bestritt in den vergangenen Jahren die SG Dresden Striesen 2. Nach dem Aufstieg ins Oberhaus des Dresdner Fußballs im Jahr 2022 gelang es der SGS Jahr für Jahr, seine Platzierung zu verbessern. Zuletzt landete man als Achter erstmals im gesicherten Mittelfeld. Diese Entwicklung möchte man im kommenden Jahr fortsetzen, frühzeitig die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln und sich erneut im gesicherten Mittelfeld etablieren. Zudem gilt es, den jungen Talenten der Mannschaft eine Plattform zur Weiterentwicklung zu bieten, damit der nächste Schritt in Richtung Landesklasse und erster Mannschaft gelingen kann. Schaffen es die Striesener, die Balance aus Defensive und Offensive beizubehalten, sind sie erneut ein klarer Kandidat für eine sorgenfreie Saison.
Dass es bei einer Mannschaft der Sparkassenoberliga im Sommer keinen einzigen Abgang gibt, ist selten, spricht jedoch für die Mannschaft und das Gefüge der Rot-Weißen. Hingegen verstärken sechs neue Akteure das Team von Brian Diersche. Den nächsten Schritt in ihrer Karriere gehen die drei U19-Spieler Fabian Flecks, Nils Erler und Mischa Herbuth, welche fortan für die zweite Männermannschaft auf dem Platz stehen. Jannik Haubold (SV Sachsenwerk Dresden) und Luis Birkner (FV Blau-Weiß Zschachwitz) verstärken das Team extern, Philip Dokter kehrt nach einer Karrierepause zurück. Mit technisch sauberem und zielstrebigem Offensivfußball möchte man das Spiel gestalten und zudem mit aktivem Anlaufverhalten die Gegner vor Probleme stellen.
Favoritentipp: „Aus unserer Sicht zählen Zschachwitz, Süd-West und die Spielvereinigung Dresden-Löbtau zu den Topfavoriten auf den Titel“.
SG Bühlau 09: Ein Aufsteiger mit Qualität und Talent
Wer sich mit den verschiedenen Spielklassen des Dresdner Fußballs befasst, dürfte in den vergangenen Jahren die rasante Entwicklung bei der SG Bühlau 09 bemerkt haben. Seit dem Abstieg aus der Stadtliga A im Sommer 2023 entwickelte sich am Nachtflügelweg vieles zum Positiven – ein Fortschritt, der vor wenigen Wochen im Aufstieg in die Sparkassenoberliga mündete. Mit der sukzessiven Verstärkung des Kaders durch gezielte Verpflichtungen von jungen, entwicklungsfähigen Spielern gelang der SGB eine bemerkenswerte Entwicklung. In der kommenden Saison geht man nun erstmals in Dresdens höchster Spielklasse an den Start und misst sich mit den arrivierten Teams der Stadt. Besonders die höherklassig ausgebildeten Youngster Juan Höpping, Tim Armbruster, Florian Matz und Toni Kunz sowie die arrivierten Akteure Sepp Kunze (u.a. 78 Regionalliga-Einsätze) und Tom Viergutz bilden ein spannendes Gerüst.
Diese erfolgreiche Achse erhält nun weiteren Zuwachs. Mit Robert Roch wechselt ein ehemaliger Torschützenkönig der Sparkassenoberliga an den Weißen Hirsch, welcher zuletzt zwei Jahre erfolgreich beim Dresdner SC in der Landesliga auflief. Mit Kevin Kamprath (TSV Gera-Westvororte) zieht es einen weiteren Landesliga-erprobten Spieler nach Bühlau. Zudem kommt Jamee Rind von der SG Schönfeld – Mattis Jacobi, Konrad Woschni und Mathias Baresch rücken aus der A-Jugend auf. Auf der Seite der Abgänge stehen lediglich zwei Namen. Georg Pfützenreuter (unbekannt) und Torjäger Malik Burghardt (SG Dresden Striesen) verlassen den Verein. Gelingt es Chefcoach Robert Vogt und seiner jungen Mannschaft schnell an das neue Niveau zu adaptieren, ist der Klassenerhalt ein sehr realistisches Ziel, unter Umständen ist sogar mehr drin.
Kein Favoritentipp.
FV Dresden Süd-West: Drei Rückkehrer und Potenzial nach oben
57 Punkte, 76:56 Tore, 6. Tabellenplatz – diese Bilanz liest sich sehr ordentlich und dürfte an der Stuttgarter Straße für eine gewisse Zufriedenheit gesorgt haben. Insgesamt nahm man sich nach dem Umbruch im vergangenen Sommer vielleicht etwas mehr vor, dennoch bestätigten die Grün-Weißen die Entwicklung von einer Mittelfeld-Mannschaft zum Top5-Anwärter. Mit vollmundigen Zielen hält sich das Trainerteam um Michel Grabs dennoch zurück und so sind eine Verbesserung der Punktausbeute sowie der generellen Abwehrarbeit die beiden vorrangigen Ziele in Coschütz. Inwiefern die Mannschaft dazu bereit ist, wird sich gleich in der Anfangsphase der Saison zeigen, denn Süd-West erwartet ein knackiges Auftaktprogramm mit drei Topgegnern in den ersten sechs Saisonspielen.
Äußerst schmerzhaft gestaltet sich der Verlust von Toptorjäger Kevin Kuziel (20 Treffer) und Offensiv-Wirbelwind Hannes Höher, welche beide zum Radebeuler BC 08 zurückkehren. Zudem beenden Maximilian Tümmler und Benas Sudzius ihre Karrieren, Florian Gollmer verabschiedet sich altersbedingt in die Ü35. Tim-Bix Schuster, Dominik Wehser (beide Pause) und Florian Kaps (2. Männer) vollenden das Oktett der Abgänge. Doch auch auf der Seite der Neuzugänge hat sich einiges getan. Besonders bemerkenswert ist die Verpflichtung von Maik Laspe, welcher nach 9 Jahren und zahlreichen Einsätzen auf Landesebene zu Süd-West zurückkehrt. Albrecht Liebmann (FSG Wacker 90 Leuben) glänzte zuletzt mit starken Scorern und war bis 2017 ebenfalls beim FVSW aktiv, Anton Altwein (SV Bannewitz) beendete sein Intermezzo in der Landesklasse mit der Rückkehr zu seinem Jugendverein. Für drei Jungs aus dem eigenen Stall schließt sich damit der Kreis. Zudem rücken Arno Sycksch, Michael Lun, Gustaf Lötzsch und Oskar Stephan aus der erfolgreichen U19 auf, Leon Herzberg schnürt parallel zu seiner Trainerkarriere erneut die Schuhe. Mit einer guten Mischung aus Ballbesitz und schnellem Umschaltspiel möchte man das Spielgeschehen bestimmen.
Favoritentipp: “Unser Favorit ist die SpVgg. Dresden-Löbtau”
Ihr habt Teil 3 verpasst? Dann schaut euch unter diesem Link gern den zweiten Part unserer Saisonvorschau an.