Saisonvorschau Sparkassenoberliga: Teil 2
In unserer vierteiligen Serie blicken wir auf die diesjährigen Teilnehmer der Sparkassenoberliga und stellen jedes Team vor. Neben einem kurzen Rückblick auf die vergangene Spielzeit gehen wir auf Neuzugänge, Saisonziele und die Spielweise ein. Heute geht es im zweiten Teil um den FV Blau-Weiß Zschachwitz, TSV Cossebaude, SSV Turbine Dresden und den Radebeuler BC 2.
Radebeuler BC 08 2: Ein neues Trainerteam am Weinberg
Die Zweitvertretung des Radebeuler BC startet in ihr drittes Spieljahr in Dresdens höchster Spielklasse und sieht sich dabei vor allem mit einem Umbruch an der Seitenlinie konfrontiert. Der bisherige Chefcoach Tino Blasche, welcher die Mannschaft 2024 in die Sparkassenoberliga geführt hat, verlässt den RBC und wechselt zum SC Freital. Sein Nachfolger Simon Hruschka kommt aus dem eigenen Stall, war selbst langjähriger Spieler der „Zweiten“ und tauscht nun Fußballschuhe gegen Taktiktafel. Unterstützung erhält er dabei von Stefan Puchta und Marko Uhlich. Folglich wird sich auch in puncto Spielidee einiges verändern, denn das neue Trainerteam implementiert derzeit seine Vorstellungen und möchte noch enger mit der ersten Mannschaft zusammenarbeiten. Klar ist jedoch, dass es für die Gegner unangenehm werden soll, gegen die Radebeuler zu spielen.
Personell gab es am Weinbergstadion einen größeren Umbruch und einige verdiente Spieler verließen den Verein. Neben dem Seitenwechsel von Neu-Coach Hruschka zog es einige Akteure zu anderen Vereinen. So stehen Christopher Huber (TuS Weinböhla), Kingsley Schindler (BSC Concordia Oberhaid), Roman Lange (SG Einheit Dresden-Mitte), Tom Höntsch und Pascal Behr nicht mehr zur Verfügung. In Person von Magnus Richter (SV Eintracht Ortrand) stößt ein externer Neuzugang zum RBC, Nic Bulander und Bruno Löffler wagen den Sprung aus der A-Jugend in den Männerbereich. Als Ziel für die anstehende Saison hat sich das Team eine Verbesserung der Punkt- und Torausbeute vorgenommen, zudem möchte man weiterhin junge Spieler entwickeln und ihnen den Übergang in die erste Mannschaft ermöglichen.
Favoritentipp: „Ich glaube es wird mit dem TSV Cossebaude, Blau-Weiß Zschachwitz, Rotation Dresden und Eintracht Dobritz zu rechnen sein, aber auch Löbtau und Hellerau sehe ich weit oben. Gespannt bin ich auf die SG Bühlau“.
FV Blau-Weiß Zschachwitz: Jung und Wild im Fahrstuhl nach oben?
Von einer Fahrstuhlmannschaft zu sprechen, bringt selten positive Konnotationen mit sich, doch beim Blick auf die vergangenen Spielzeiten an der Pirnaer Landstraße ist die Beschreibung zutreffend. 2023 und 2025 sicherte sich die junge Elf von BWZ den Titel in der Sparkassenoberliga und wagte gleichzeitig den Sprung in die Landesklasse. Da man seinen lobenswerten Weg, auf eigene Talente zu setzen und auf den Einsatz des großen Geldes zu verzichten, jedoch fortsetzte, gelang der Klassenerhalt in der Landesklasse in beiden Fällen nicht. Somit gehen die Blau-Weißen erneut in der Sparkassenoberliga an den Start und sind sicherlich eine stark einzuschätzende Elf. Fast so traditionsreich wie die Spitzenplatzierungen in der Belletage des Dresdner Fußballs sind die Understatements des Trainerduos Jürgen Fischer & Maik Uischner. Folglich möchte man nach eigener Aussage mit dem Tabellenkeller nichts zu tun haben und die Entwicklung der Mannschaft in den Vordergrund stellen.
Zum Gelingen dieser Ziele hat sich im Kader nur wenig verändert. Mit dem langjähriger Torjäger Steffen Voigt (Altherren), Torhüter Paul Schramm und Luis Birkner verlassen lediglich drei Akteure den Verein. Dafür bekommt die junge Elf gleich fünffach Zuwachs aus dem eigenen Nachwuchs – Henry Zocher, Bennet Irmscher, Felix Richter, Yannick Güntzel und Aaron Schmidts sind fortan Bestandteil der ersten Mannschaft. Darüber hinaus bleibt das Gerüst der Truppe nahezu unverändert und auch die bisherigen Leistungsträger halten Blau-Weiß die Treue. Im Ergebnis möchte die junge und wilde Mannschaft in der anstehenden Saison durch gefährliches Offensivspiel überzeugen, gleichzeitig jedoch auch die eigene Stabilität gegen den Ball steigern. Es ist also wieder mit reichlich Spektakel zu rechnen.
Favoritentipp: „Das ist schwer zu sagen. Es gibt einen etablierten Kreis, welcher oben stehen kann“.
SSV Turbine Dresden: Den eingeschlagenen Weg fortsetzen
Nachdem sich der SSV Turbine Dresden in den vergangenen beiden Spielzeiten auf dem Papier vom Kellerkind zu einer soliden Mittelfeld-Mannschaft gemausert hat, sticht vor allem ein anderer Fakt bei näherer Betrachtung ins Auge. Kaum eine Mannschaft der Sparkassenoberliga hat den Fokus in den letzten Jahren so stark auf die Förderung und Entwicklung der eigenen Talente mit Blick auf die Implementierung in den Männerbereich gelegt, wie der Spiel- und Sportverein. So kamen im vergangenen Jahr die Spieler der Jahrgänge 2006 bis 2008 auf satte 144 Einsätze in der ersten Mannschaft. Diesen eingeschlagenen Weg möchte man gezielt fortsetzen und eine spielerische Weiterentwicklung vollziehen. Zudem gilt es, die defensive Stabilität zu erhöhen und die Anzahl der Gegentore zu verringern.
Gleich neun Akteure rotieren aus der A-Jugend in den Männerbereich und stehen symbolisch für den Weg der Johannstädter. Das Nonett bestehend aus Lio Schaarschmidt, Julius Tkotz, Lucas Hoffmann, Paul Wenzel, Sandro Günther, Sören Günther, Bruno Rose, Tim Träger und Gil Kindermann verzeichnete im Nachwuchsbereich beachtliche Erfolge und soll nun eine neue Ära an der Pfotenhauerstraße einleiten. Zudem rücken fünf Jungs aus der zweiten Mannschaft auf, Ole Thimm (SG Motor Trachenberge) und Max Wieland (Pause) verstärken die Elf extern. Dem Gegenüber stehen mit Cristian Aular, Mohamad Abdelhak und Lukas Schnabel lediglich drei Abgänge. Mit mutigem und offensivem Fußball möchte man Dominanz ausüben und die eigene Torausbeute weiter steigern. Ohne von seinem offensiven Ansatz abzuweichen, gilt es zudem, die defensive Stabilität zu erhöhen. Man darf gespannt bleiben, welche Entwicklung Turbine hinlegt.
Favoritentipp: „Aufgrund ihrer Transferpolitik sehen wir Eintracht Dobritz und den FV Süd-West in der Favoritenrolle. Dazu kommt Rotation, wenn es gelingt, die Qualitäten der Mannschaft konstant auf den Platz zu bekommen. Cossebaude gehörte in der vergangenen zu den spielerisch besten Mannschaften der Liga und ist für uns ebenfalls ein Kandidat im Aufstiegsrennen. Löbtau gehört mit seiner Wucht und Erfahrung wie in den letzten Jahren zu den Favoriten. Zschachwitz ist für uns nach dem Abstieg aus der Landesklasse schwer einzuordnen, dürfte aber ebenfalls oben mitspielen.“
TSV Cossebaude: Ein prominenter Neuzugang und das erfolgreiche Gerüst
In Zeiten von Fabrizio Romano und Florian Plettenberg sind die meisten Transfers im Profibereich bereits vor der Verkündung der Vereine bekannt und stellen keine Überraschung mehr dar. Umso schöner, dass der Amateurfußball von dieser Entwicklung bislang verschont bleibt und man hin und wieder überrascht wird. Mit einem solchen Aha-Moment glänzte der TSV Cossebaude in diesem Sommer, als man beiläufig die Verpflichtung von Paul Milde vermeldete. In der Vita des 31-jährigen stehen zwei Zweitliga-, 32 Drittliga- sowie 140 Regionalligaeinsätze für verschiedene Vereine, zuletzt stand er in Diensten der SG Dynamo Dresden II und übte das Amt des Mannschaftskapitäns aus. Für die Sparkassenoberliga folglich eine absolute Topverstärkung. Auch darüber hinaus tat sich personell etwas beim TSV Cossebaude. So verließen Lars Vogler, Jonas Rößler, Patrick Seidel (alle vereinsintern) sowie Nick Peter (SV Eintracht Dobritz) den Verein. Auf der Seite der Neuzugänge begrüßt man am Gohliser Weg neben Paul Milde zudem Jan Schirack (Grün-Weiß Elstra) sowie die A-Jugendlichen Ben Höfler, Yannick Kühn und Marcel Ntumba Tshipamba.
Nach drei Jahren Landesklasse kehrte der TSV Cossebaude im vergangenen Sommer in die Sparkassenoberliga zurück und belegte nach 30 Spieltagen einen sehr ordentlichen 3. Tabellenplatz. Folglich möchte man bei den Grün-Weißen erneut eine ähnlich erfolgreiche Saison spielen, ohne dabei jedoch das Wort Aufstieg in den Mund zu nehmen. Erreichen möchte man dieses Ziel mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit sowie einem Fokus auf die Gemeinschaft und das Team. Etwas Luft nach oben besteht in der Offensive, um sich breiter aufzustellen und nicht allzu sehr auf Toptorjäger Philipp Hendrich angewiesen zu sein. Gelingt dies, ist „Cosse“ wieder ein Kandidat für eine Spitzenplatzierung.
Favoritentipp: „Dazu möchte ich keine Prognose abgeben, da sich schon der Ausfall von wenigen Spielern erheblich auf den Saisonverlauf auswirken kann“.
Ihr habt Teil 1 verpasst? Dann schaut euch unter diesem Link gern den ersten Part unserer Saisonvorschau an.