Saisonvorschau Sparkassenoberliga: Teil 1

In unserer vierteiligen Serie blicken wir auf die diesjährigen Teilnehmer der Sparkassenoberliga und stellen jedes Team vor. Neben einem kurzen Rückblick auf die vergangene Spielzeit gehen wir auf Neuzugänge, Saisonziele und die Spielweise ein. Heute geht es im ersten Teil um die SG Gebergrund Goppeln, den FV Löbtauer Kickers, die SpVgg. Dresden-Löbtau und den Dresdner SC 1898 II.

SpVgg. Dresden-Löbtau: Geling dem Dauer-Vizemeister der große Wurf?

Nach drei Vizemeisterschaften in Folge hat sich die Spielvereinigung als Topmannschaft der Sparkassenoberliga etabliert. Trotz einer starken Bilanz und einem jeweiligen Punkteschnitt von über 2,00/Spiel, musste man an der Malterstraße stets einer anderen Mannschaft den Vortritt lassen und konnte sich das große Aufstiegsziel bislang nicht erfüllen. Doch wer in den vergangenen Jahren eine solche Konstanz an den Tag legte, wird früher oder später für den großen Wurf bereit sein. Da die Sparkassenoberliga gerade in der anstehenden Spielzeit eine besonders enge Konstellation ohne absoluten Topfavoriten verspricht, sind die Ambitionen in Dresden-Löbtau folgerichtig. Das Team von Trainer Eric Sobczak möchte sich erneut in der Spitzengruppe der Liga behaupten und eine erfolgreiche Saison spielen. Zudem soll nach dem letztjährigen Achtelfinal-Aus im Sparkassenpokal ein erneuter Lauf gestartet werden, der die Blau-Weißen bereits 2022 und 2024 ins Finale führte.

Für die ambitionierten Ziele hat man sich gut verstärkt. Zwar verlassen mit Nico Hild, Lukas Minack, Laurits Lynge Johansen und Niklas Minack vier leistungsstarke Spieler die Mannschaft, doch auch auf der Seite der Neuzugänge gibt es positive Nachrichten. So zieht es mit Paul Augustin (Dresdner SC) und Marvin Baumgart (FC An der Fahner Höhe) zwei Jungs nach Löbtau, die bis zuletzt in der Landesliga aktiv waren und als echte Königstransfers bezeichnet werden können. Sarbast Mohammed (Empor Possendorf), Felix Kahler (Bertsdorfer SV), Michael Fuchs (TSV Roßtal) und Kristi Nani (FV Löbtauer Kickers) stoßen von extern hinzu, Ben Metze rückt aus der „Zweiten“ auf. Zudem kommt Dennis Schröder von Ligakonkurrent Goppeln. Das Trainerteam legt hohen Wert auf die Gemeinschaft und möchte die Mannschaft weiterentwickeln.

Favoritentipp: „Der Kampf um die Spitze wird ein enges Rennen. Wir rechnen mit Cossebaude, Dobritz, Zschachwitz, Rotation und Süd-West“

SG Gebergrund Goppeln: Leistungsträger ersetzen und Jugend entwickeln

Für ein echtes Aufhorchen sorgte eine brisante Transfermeldung vor einigen Wochen. Der Goppelner Toptorjäger Nick Füssel verlässt die SGGG zum Saisonwechsel und schließt sich dem Heidenauer SV an. Damit verloren die Süd-Dresdner ihren absoluter Torgaranten (23 Saisontreffer) und Unterschiedsspieler, welcher sich einer neuen Herausforderung in der Landesklasse stellt. Zudem verließ mit Dennis Schröder ein weiterer Leistungsträger den Verein und schließt sich zur neuen Saison der Spitzenmannschaft aus Löbtau an. Für Gebergrund gilt es also zwei schwerwiegende Abgänge zu verkraften. Dieses Kunststück verbrachte man an der Wittgensdorfer Straße bereits mehrfach und greift dabei immer wieder auf die starke Jugendarbeit zurück. So rücken auch in diesem Jahr mit Conrad Tellkamp, Moritz Richter, Simon Ellsel, Theodor Vogt, Cornelius Vogt und Kenny Grützner sechs Eigengewächse auf. Zudem verstärken Thomas Voigt und Michael Hübner das Trainerteam.

Mit verschiedenen an den jeweiligen Gegner angepassten Spielsystemen möchte man Punkt für Punkt sammeln und den Klassenerhalt erreichen. Zudem sollen die jungen Spieler Schritt für Schritt in die Mannschaft integriert werden. Dazu zielt man vor allem auf eine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit innerhalb der Mannschaft ab, deren Kern im Vergleich zum Vorjahr gleichgeblieben ist. Nach einer soliden Saison im Tabellenmittelfeld ist Goppeln erneut ein Kandidat für eine ruhige Spielzeit in der Sparkassenoberliga.

Favoritentipp: „Vermutlich werden 5-6 Mannschaften um den Titel mitspielen. Bringt Rotation die nötige Konstanz in die eigene Leistung, sind sie unser Favorit. Jedoch werden auch Löbtau, Süd-West, Zschachwitz, Cossebaude und traditionell Hellerau vorn dabei sein“

Dresdner SC 1898 2: In guter Tradition eine spannende Ausbildungsmannschaft

Während sich die erste Mannschaft des Sportclubs in einem dramatischen Saisonendspurt den Klassenerhalt in Sachsens höchster Spielklasse sicherte, kam die Zweitvertretung erneut in ruhigen Gefilden der Sparkassenoberliga ins Ziel. Fast schon traditionell fliegt das Team von Egbert Exner etwas unter dem Radar, ist dank der stetigen Entwicklung junger Spieler mittlerweile jedoch ein fester Bestandteil in der Dresdner Belletage. Im Fokus steht dabei weiterhin der Ausbildungsgedanke für die Landesliga-Elf. Durch eine enge Bindung und einen großen Austausch innerhalb der Männermannschaften, möchte man beim DSC die stetige Weiterentwicklung der Spieler fördern. Tabellarisch soll dabei der nächste Schritt gelingen, wenngleich der Fokus nicht ausschließlich auf den reinen Ergebnissen liegt.

Um die eigens gesteckten Ziele und eine erfolgreiche Saison zu erreichen, wünscht man sich ein Agieren aus sicherem Defensivverhalten. Zudem zielt die „Zweite“ des Sportclubs auf einen mutigen und aktiven Fußball ab, bei welchem gezielt die Spielprinzipien der ersten Mannschaft berücksichtigt werden. Auch personell tat sich bei den 98ern etwas. Den Abhängen von Max Hilarius (Ü35) und Dzemal Hot (Wacker Leuben) stehen insgesamt 3,5 externe Zugänge gegenüber. Mehdi Yousefi (GFC Rauschwalde), Moritz Löschner (Radebeuler BC) und Julius Brosche (TSV Rotation Dresden) kommen von anderen Vereinen zum DSC, Torik Schütze kehrt von Anker Wismar zu seinem Ausbildungsverein zurück. Zudem stoßen Johann Grabs und Leo Salvador aus der U19 sowie Carl Thombansen (erste Mannschaft) und Julius Wetzel (dritte Mannschaft) vereinsintern hinzu.

Favoritentipp: „Wir erwarten eine breite Spitzengruppe und denken, dass sowohl Süd-West als auch Cossebaude und Zschachwitz ein Wörtchen um den Titel mitreden werden“

FV Löbtauer Kickers 93: Ein entwicklungsfähiger Neuling

Wenn die Saison am 14. August startet, beginnt für die Löbtauer Kickers ein neues Abenteuer. Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte werden die Grün-Weißen in der kommenden Spielzeit in der Sparkassenoberliga an den Start gehen. Ein Erfolg, der jedoch keinesfalls auf Glück beruht, sondern das Ergebnis einer langjährigen, erfolgreichen Arbeit darstellt. Noch in der Saison 2020/21 spielte man in der Stadtliga C, entwickelte seine Mannschaft im Anschluss jedoch sukzessive weiter und erreichte im Sommer 2026 den großen Triumph als Vizemeister der Stadtliga A, welcher gleichbedeutend mit dem Aufstieg in Dresdens höchste Spielklasse war. Der Neuling brilliert dabei vor allem mit einer talentierten Mannschaft, deren Großteil in den eigenen Nachwuchsteams ausgebildet wurde. Auch der erst 29-jährige Chefcoach Tony Hollnack wuchs mit seinen Aufgaben und ist fortan der jüngste Trainer der Sparkassenoberliga. Sehr realistisch bewertet er die Ansprüche an die anstehende Spielzeit. Vorrangig möchte man zunächst das höhere Niveau adaptieren und kontinuierlich Punkte sammeln, um den Klassenerhalt zu erreichen. Doch die junge, entwicklungsfähige Mannschaft ist an guten Tagen in der Lage, gegen jeden Gegner zu bestehen.

Personell schlägt vor allem der Verlust von Toptorjäger Khamies Eldmadbouk ins Kontor, welcher eine neue Herausforderung beim SC Borea Dresden in der Landesliga annimmt. Doch der Kern der erfolgreichen Mannschaft blieb zusammen und wurde mit einigen weiteren Akteuren verstärkt. So stoßen Jonas Fabich, als bisheriger Kapitän der zweiten Mannschaft, sowie A-Junior Kevin Häckl intern hinzu. Toni Frenzel (SV Großräschen) und Sebastian Küsgen (NFV G/W Görlitz) verstärken die Elf extern. Anspruch der Mannschaft ist es, in allen Spielphasen möglichst viel Kontrolle auszuüben; ein großer Fokus liegt auf den Umschaltmomenten. Zudem passt man den Matchplan gegnerbezogen an, um seine Chancen bestmöglich zu erhöhen.

Favoritentipp: „Aus unserer Sicht sind folgende Teams die Topfavoriten: Cosebaude, Löbtau, Zschachwitz und Hellerau“

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