Saisonvorschau Sparkassenoberliga: Teil 3
In unserer vierteiligen Serie blicken wir auf die diesjährigen Teilnehmer der Sparkassenoberliga und stellen jedes Team vor. Neben einem kurzen Rückblick auf die vergangene Spielzeit gehen wir auf Neuzugänge, Saisonziele und die Spielweise ein. Heute geht es im dritten Teil um den VfB Hellerau-Klotzsche, Radebeuler BC 2, TSV Reichenberg-Boxdorf und die FSG Wacker 90 Dresden-Leuben.
Radebeuler BC 08 2: Die „beste Zweite“ auf Mission Titelverteidigung
Sprach man in der abgelaufenen Saison vom Thema Konstanz, dann musste man eigentlich zwangsläufig an die Zweitvertretung des RBC denken. Mit einem neutralen Torverhältnis und einer nahezu identischen Ausbeute aus Hin- und Rückrunde belegten die Jungs aus dem Sächsischen Nizza den siebten Tabellenrang. Diese Platzierung war gleichbedeutend mit einem kleinen Titel, denn so sicherte man sich den internen Triumph unter den zweiten Mannschaften der Stadtoberliga. Nun bricht für den RBC jedoch eine neue Spielzeit an, die gleich mit einem Derby gegen Aufsteiger TSV Reichenberg-Boxdorf startet. Chefcoach Tino Blasche wird seine junge Mannschaft auch in der anstehenden Spielzeit bestmöglich auf die Aufgaben in der Sparkassenoberliga vorbereiten und zudem die Entwicklung der Spieler vorantreiben, um einen nahtlosen Übergang zur Landesklassen-Mannschaft herzustellen.
Um diese Ziele zu erreichen, gab es beim Radebeuler BC 2 auch personell die eine oder andere Änderung. So verließen mit Saliou Diallo (Ziel unbekannt), Alexander Pfeifer, Benjamin Schöne (beide SV Eintracht Dobritz) und Yunus Yildirim (VfB Hellerau-Klotzsche) vier Akteure die Grün-Weiß-Schwarzen. Doch die Verantwortlichen des RBC ließen sich von den Abgängen nicht beirren und können auch vier externe Neuzugänge im Weinbergstadion begrüßen. So zog es Edgar Schlichting und Kingsley Schneider vom SV Dresden-Neustadt nach Radebeul, Amjad Amhimmid (FV Hafen Dresden) und Rishikesh Rajesh (unbekannt) ergänzen das Quartett. Mit Lennox Fechtner und Laurin Koch stoßen zudem zwei Spieler aus der eigenen A-Jugend zur Zweiten.
Kein Favoritentipp
FSG Wacker 90 Dresden-Leuben: Neuzugang Tony Schmidt unterstreicht die Ambitionen
Vielerorts schauten Fußballinteressierte des Dresdner Fußballs nicht schlecht, als die FSG Wacker 90 Dresden-Leuben mit Tony Schmidt einen absoluten Toptransfer für die neue Saison vorstellte. Der 37-jährige ehemalige Drittligaspieler (für Dynamo Dresden und den Halleschen FC) pausierte zuletzt ein Jahr, war zuvor jedoch Torschützenkönig in der Sachsenliga. Nun soll er den ambitionierten Stadtoberligisten von der Pirnaer Landstraße mit seiner Erfahrung und Treffsicherheit verstärken. Bei Wacker arbeitet man seit einigen Jahren an einer kontinuierlichen Entwicklung des Vereins, die sich auch im Kader niederschlägt. So kehrte die Mannschaft im Sommer 2023 in Dresdens Belletage zurück und belegte in den beiden abgelaufenen Spielzeiten stets einen Platz in den Top-5. Mit Frank Selber verpflichtete man nun ein bekanntes Gesicht für das Traineramt, schließlich führte der charismatische Coach zuletzt den Radeberger SV und den Post SV Dresden in die Landesklasse. Diesen Sprung traut man Wacker von vielen Seiten ebenfalls zu, doch die Grün-Weißen üben sich in Zurückhaltung. Man möchte mit viel Ballbesitz und einer sicheren Defensive attraktiven Fußball und in jedem Spiel auf Sieg spielen.
Neben Tony Schmidt darf Neu-Coach Frank Selber gleich 9 weitere Neuzugänge begrüßen. Publikumsliebling Rocco Bischoff kehrt nach einem einjährigen Intermezzo bei der Post zu Wacker zurück. Zudem kommt mit Kay Weska ein langjähriger Landes- und Oberligaspieler vom SC Borea Dresden. Jonas Baum bringt NLZ-Erfahrung (Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue) mit und war zuletzt beim SV Lindenau aktiv. Benjamin Baumann (TSV Rotation Dresden), Tom Beyer (Pause), Tom Gerlach (Bischofswerdaer FV), Aaron Wartenberg (SC Regensburg), Eugen Zablow (Dresdner SC) und Felix Winkler (FSV Taura) komplettieren die Zugangsseite. Demgegenüber stehen mit Abdulmumin Nasouf und Mohammad Khourami nur zwei Abgänge. Angesichts der Kaderplanung ist der Fußballsportgemeinschaft sicherlich einiges zuzutrauen.
Favoritentipp: “Wir glauben dass Löbtau nach dem erneut verpassten Aufstieg um die Meisterschaft mitspielen wird. Weiterhin sehen wir Dobritz und Süd-West im Titelrennen”
VfB Hellerau-Klotzsche: Auf bestem Weg, den Generationswechsel zu bewältigen
Wenn an diesem Wochenende der Ball auf den Sportplätzen der Sparkassenoberliga wieder rollt, geht der VfB Hellerau-Klotzsche in seine 15. Spielzeit in Dresdens höchster Spielklasse. Zusammen mit dem FV Dresden Süd-West ist man damit Dienstältester. Zwar gelang dem VfB nie der Sprung auf den ersten Platz, doch mit unzähligen Topplatzierungen ist man seit Jahren eine Spitzenmannschaft der Liga. So belegte die eingespielte und erfahrene Truppe auch im vergangenen Jahr den dritten Platz. Diesen Sommer nutzte Cheftrainer Enrico Focke jedoch zu einem größeren Umbruch und verjüngte sein Team. Damit fährt man seinen kontinuierlichen Kurs an der Karl-Liebknecht-Straße fort und ist auf dem besten Weg, den Generationswechsel eindrucksvoll zu bewältigen. Man möchte mit der Mischung aus wenigen erfahrenen und vielen jungen Spielen attraktiven, offensiven Fußball spielen. Neben einem guten Teamspirit sollen sich vor allem die jungen Spieler weiterentwickeln und Spielpraxis sammeln.
Personell fiel der Umbruch für Hellerauer Verhältnisse etwas größer aus, doch an die zahlreichen Zu- und Abgänge von anderen Vereinen reicht er lange nicht heran. So verlassen fünf gestandene Spieler das Team vereinsintern und schließen sich der Altherren-Mannschaft des VfB an. Extern kommen mit Yunus Yildirim (Radebeuler BC 08), Justin Morgenstern (FV Hafen Dresden), Jonas Kobe (Dresdner SSV) sowie einem weiteren Neuzugang vier Spieler dazu. Ergänzt wird dies um einige Spieler aus der eigenen U19 und 2. Mannschaft.
Favoritentipp: „Beim Favoriten legen wir uns nicht fest. Es gibt mehrere Teams, die wir auf dem Zettel haben, doch manchmal spielen viele Szenarien wie Verletzungen ihr eigenes Spiel, um die Ziele nicht realisieren zu können.“
TSV Reichenberg-Boxdorf: Zweiter Anlauf in der Sparkassenoberliga
Es war ein Krimi bis zum letzten Spieltag. Im Sommer 2023 feierte der TSV Reichenberg-Boxdorf den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte und stieg erstmals in die Sparkassenoberliga des SVF Dresden auf. Der Neuling präsentierte sich trotz leichter Anlaufschwierigkeiten über die Saison hinweg sehr konkurrenzfähig, musste am letzten Spieltag jedoch auf Schützenhilfe des SSV Turbine Dresden hoffen. Diese blieb aus, sodass der TSV den Gang in die Stadtliga A antreten musste. Doch die Blau-Weißen peilten die direkte Rückkehr in Dresdens höchste Spielklasse an. Nach einer starken Saison sicherte man sich letztlich Platz 2 und erreichte sein Ziel. Nun geht es für den TSV Reichenberg-Boxdorf um eine gewisse Konstanz, damit man sich in der Sparkassenoberliga etablieren kann. Dabei hilft sicherlich der Fakt, dass die Mannschaft im kern zusammengeblieben ist und viele Akteure die Erfahrungen aus der vorvergangenen Saison mitbringen. Der Klassenerhalt wird folglich das oberste Ziel bleiben.
Während bei vielen anderen Mannschaften der Umbruch deutlich größer ausfiel, bleibt das Gesicht des TSVRB nahezu identisch. Mit Marcel Hartwig (SV Rabenau) verlor man nur einen Akteur aus dem Vorjahr. Externe Neuzugänge sucht man im Kader vergebens, denn mit Felix Schütte und Jannis Blenk rücken lediglich zwei A-Junioren in die erste Mannschaft auf. Einen Tausch gab es hingegen an der Seitenlinie. Erfolgstrainer John Schmidt verließ den Verein nach vielen Jahren und ist fortan beim Nachwuchs des SC Borea Dresden an der Seitenlinie zu finden. Das Zepter übernahm nun Daniel Weig, der bereits zuvor im Verein tätig war. Mit Einsatz und Zusammenerhalt kann dem TSV Reichenberg-Boxdorf diesmal der Klassenerhalt gelingen.
Kein Favoritentipp