Erklärung des SVF Dresden e.V. zum Artikel der Sächsischen Zeitung vom 28.11.2011

Die Sächsische Zeitung veröffentlichte am 28.11.2011 einen Artikel über die Schiedsrichter des Stadtverbandes Fußball Dresden e.V. (SVFD). Mehrere Übungsleiter von Mannschaften der Sparkassenoberliga äußern darin ihren Unmut über verschiedene Schiedsrichterleistungen. Die Aussage „Die [Schiedsrichter] sind mit der brisanten und packenden Kreisoberliga völlig überfordert“ wird gemäß der Ausführung der Sächsischen Zeitung von vielen Vereinen geteilt. Laut der Bildunterschrift „Hat momentan die Nase voll von den Schiedsrichtern des Stadtverbandes Dresden […]“ werden die Schiedsrichter unter Generalverdacht schlechter Leistungen gestellt. Zudem entsteht der Eindruck, dass bei den Schiedsrichtern die notwendige Qualität infrage gestellt wird.

 

Richtigstellung:

Die Ausführungen in der Sächsischen Zeitung sind teilweise irreführend und größtenteils falsch. Hierzu folgende Anmerkungen:

  1. Die in der Sparkassenoberliga angesetzten Schiedsrichter sind im Wesentlichen die gleichen Sportfreunde, welche letztes Jahr in der Bezirksklasse gepfiffen haben. Zwei Sportfreunde leiteten zuvor Spiele der Bezirksliga, drei sind aus der Stadtliga A aufgestiegen. Von einer Überforderung allein aufgrund des Personals kann also keine Rede sein.
  2. Die vom SVFD durchgeführten Spiel- und Schiedsrichterbeobachtungen bescheinigen den Schiedsrichtern überwiegend sehr gute, teilweise gute Leistungen. Mehrfach im  Einsatz waren u.a. hochrangige Schiedsrichterbeobachter des NOFV und SFV.
  3. Bei Betrachtung des Pressefotos sowie der vorliegenden Sportgerichtsurteile zu Feldverweisen in der Sparkassenoberliga (die größtenteils Beleidigungen von Spielern und Trainern untereinander zum Gegenstand hatten) muss hingegen hinterfragt werden, ob sich die betreffenden Übungsleiter und Spieler ihrer Vorbildfunktion in der höchsten Spielklasse der Stadt Dresden vollends bewusst sind.
  4. Der Artikel spiegelt somit in keinster Weise die tatsächlichen Gegebenheiten in der Sparkassenoberliga dar und insbesondere auch nicht die Verhältnisse im Schiedsrichterwesen allgemein. Der pauschalisierende Vorwurf gegenüber den Schiedsrichtern ist weder hilfreich noch zielführend.

 

Der SVFD organisiert ca. 5.500 Fußballspiele im Jahr, die meisten davon werden mit neutralen Schiedsrichtern und teilweise auch Assistenten besetzt. Die SR werden dabei zwar durch den Stadtverband angesetzt, allerdings können nur jene Sportfreunde Fußballspiele leiten, die einen Lehrgang erfolgreich absolviert haben, dem SVFD von den Vereinen gemeldet werden und über die notwendige Qualifikation (=Einstufung) verfügen. Daraus folgt, dass in erster Linie die Vereine selbst in ihrer ganzen Gemeinschaft (derzeit 53 Vereine = ca. 300 Schiedsrichter) darüber entscheiden, welche Sportfreunde ihre Spiele leiten, der Verband kommt dann seinen organisatorischen Aufgaben nach (neutrale Ansetzungen, Aus- und Weiterbildung, Talenteförderung, Einstufungstest etc.).

Durch jene Eigenständigkeit bei der Schiedsrichtermeldung folgt die Erkenntnis, dass die Vereine in erster Linie selbst aufgerufen sind, durch ihre eigenen Bemühungen geeignete Sportfreunde zu gewinnen. Interessant ist nunmehr der Fakt, dass sich gerade jene Vereine in der Presse negativ über Schiedsrichter äußern, die selbst jahrelang keine Vorreiterrolle in der Schiedsrichterförderung und -gewinnung eingenommen haben und teilweise sogar wegen der Nichterfüllung des SR-Solls negativ auffallen. Letzteres führte bereits 2010/11 zu Punktabzügen.

Der Stadtverband Fußball Dresden e.V. bedauert die Art und Weise, wie die Berichterstattung über Schiedsrichterleistungen in der Öffentlichkeit geführt wird. Ein „Übereinander Reden“ statt „Miteinander Reden“ entspricht nicht den Wertvorstellungen des Verbandes zur gemeinsamen, vertrauensvollen Zusammenarbeit. Die Umsetzung des Fair-Play-Gedankens einiger Vereine muss hier deutlich hinterfragt werden.

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